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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 19.04.2018

Werbungskostenabzug bei ausschließlich beruflicher Nutzung einer im Miteigentum von Ehegatten stehenden Wohnung

Nutzt ein Miteigentümer allein eine Wohnung zu beruflichen Zwecken und wurden die Darlehen zum Erwerb der Wohnung gemeinsam aufgenommen und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen, so kann er AfA und Schuldzinsen nur entsprechend seinem Miteigentumsanteil als Werbungskosten geltend machen. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 41/15).

Die Klägerin hatte zusammen mit ihrem Ehemann eine jeweils im hälftigen Miteigentum der Ehegatten stehende Wohnung erworben, die von der Klägerin ausschließlich beruflich genutzt wurde. Die Darlehen zum Erwerb dieser Wohnung nahmen die Kläger gemeinsam auf, die Zinsen und die Tilgung sowie die laufenden Kosten beglichen sie von einem gemeinsamen Konto. Die Klägerin machte die gesamten Kosten der Wohnung als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt berücksichtigte entsprechend dem Miteigentumsanteil der Klägerin lediglich 50 Prozent.

Das Finanzgericht und der BFH wiesen die dagegen gerichtete Klage ab. Zwar seien gemeinschaftlich getragene Aufwendungen für eine Immobilie, die einem Ehegatten gehöre und die dieser zur Erzielung von Einnahmen nutze, beim Eigentümerehegatten in vollem Umfang Werbungskosten. Aber wenn Eheleute – wie im Streitfall – Miteigentümer eines Grundstücks sind und darauf ein Gebäude errichten oder eine Eigentumswohnung zu Miteigentum erwerben, sei grundsätzlich davon auszugehen, dass jeder von ihnen nur die Anschaffungs- oder Herstellungskosten entsprechend seinem Miteigentumsanteil getragen habe, und zwar unabhängig davon, wie viel er tatsächlich aus eigenen Mitteln dazu beigetragen habe.

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